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VRMC – Moot Court im Verfasungsrecht

Im Mai diesen Jahres fand erstmalig der VRMC, ein Moot Court im Verfassungsrechts, für Studierende im zweiten Semester statt.

Die Teilnehmer haben in sieben Zweierteams eine Woche lang einen verfassungsrechtlichen Sachverhalt bearbeitet und anschließend entweder die antragstellende Bundesregierung oder den Bundestag in einer mündlichen Verhandlung vor einer Richterbank bestehend aus wissenschaftlichen Mitarbeitern der Universität und Herrn Professor von Lewinski vertreten. Das Publikum erlebte in den vier Vorrunden und im Finale spannende Debatten über die verfassungsrechtliche Zulässigkeit eines „Paritätsgesetzes“ für Bundestagswahlen.

Um die Teilnehmer bestmöglich auf den Moot Court vorzubereiten, fand außerdem ein Rhetorik-Seminar statt, bei dem sich die Studenten ausprobieren konnten und lernten, wie man sich vor Gericht ausdrückt und präsentiert.

Durch den Moot Court wurde den Teilnehmern ein Einblick in die gerichtliche Praxis ermöglicht und das Rechtsgebiet des Verfassungsrechts näher gebracht.Wir freuen uns auf eine zweite Auflage im nächsten Jahr!

Bericht vom EDMC (Passauer Team)

Auf der Fahrt zum Landgericht Bayreuth blätterten zwei Passauer Jurastudenten noch eilig zwischen den Akten: Die Kläger verlangten von ihnen als Beklagtenvertreter die Rückgewähr von EUR 2.700,00 für zwei mangelhafte Fahrräder. Ihr Mandant, ein kleiner Fahrradproduzent aus Stuttgart, soll das Fahrrad mit einem mangelhaften Pedal geliefert haben und bei der Auswechslung auch das andere Pedal beschädigt haben. Eine schwere Ausgangslage für ihre Mandanten – hinzukam sogar noch, dass der Kläger, ein Privatmann aus Berlin, mit dem anderen von ihrem Mandanten gelieferten Fahrrad einen Unfall verursachte. Der Sachverhalt war insofern klar, nur die rechtliche Betrachtungsweise war unterschiedlich. Doch das war nicht alles, was es zum Moot Court zu sagen gibt.

Neben dem eigentlichen Grund der Anreise – der Verhandlung – durfte der soziale Teil natürlich nicht zu kurz kommen. So fand am ersten Tag ein geselliges „Get-Together“ im Rahmen einer Brauereiführung durch die Brauerei Maisel mit anschließendem Abendessen statt. Die perfekte Möglichkeit, um sich mit den anderen Kandidaten schon einmal etwas auszutauschen und die ein oder andere Bekanntschaft zu schließen.

Am Tag der Verhandlung wurde es schließlich ernst. Die Gegenseite, zwei Anwälte aus Jena, erwiesen sich vor der dreiköpfigen Richterbank als harte Gegner. Die rechtlichen Argumente folgen nur so durch den herrschaftlichen Gerichtssaal. Kein echter Fall, dennoch nicht weniger komplex.

Die Erfahrungen beim ELSA Deutschland Moot Court (EDMC) erwiesen sich für das zweiköpfige Team aus Passau als eine besonders große Bereicherung. Die beiden Studenten im vierten Semester bewiesen bereits in der Passauer Lokalrunde ihr Können und setzten sich dort unter insgesamt vier Teams durch und qualifizierten sich somit für den EDMC Regionalentscheid Süd vor dem Bayreuther Landgericht. Die beiden Studenten erlebten eine sehr aufregende Zeit und profitieren immer noch von den gesammelten Praxiserfahrungen aus Schriftsatz schreiben und den mündlichen Verhandlungen. Die beiden geraten ganz ins Schwärmen, wenn sie von ihrer Zeit berichten. Sie können nur jedem Studenten empfehlen, selbst beim EDMC mitzumachen und ihr theoretisches Wissen in prozessuale Einkleidung zu verpacken.

Im Regionalentscheid Süd waren neben Passau noch die Teams aus Bayreuth, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Jena, Leipzig, Marburg und München vertreten, sodass am Verhandlungstag am 3. Mai 2019 vier Verhandlung anstanden. Aus diesen Teams setzten sich für das große Finale schließlich Marburg und München durch. In einer spannenden letzten Verhandlung schließlich wurde das Klima rauer. Beide Teams bewiesen ihr Können im Umgang mit dem Gesetz und konnten durch konsequente Argumentation ihren jeweiligen Standpunkt sehr gut darlegen und das obwohl für das Stichfinale ein Rollentausch stattfand: Aus Klägern wurden Beklagte und aus Beklagten wurden Kläger. Trotz der herausragenden Leistung beider Teams musste die Richterbank sich für eines der beiden Teams entscheiden, das schließlich gegen den Gewinner des Regionalentscheids Nord vor dem BGH verhandeln darf. Diese Rolle fiel letztlich dem hervorragenden Team aus Marburg zu.